Ratgeber · Aktualisiert Juni 2026
Immobilienmarkt Österreich 2026: Preise, Zinsen & Prognose
Nach zwei Jahren Preiskorrektur und eingebrochenem Transaktionsvolumen ist der österreichische Immobilienmarkt 2026 auf einem anderen Kurs. Die Wohnimmobilienpreise steigen wieder, die Nachfrage zieht an. Verkäufer stehen besser da als noch vor zwölf Monaten.
Von Thomas Wakolbinger, konzessionierter Immobilienmakler (GISA 38501128)
Wer eine Immobilie besitzt oder kaufen will, sollte die aktuellen Zahlen kennen. Dieser Artikel bündelt die wichtigsten Marktdaten, erklärt die regionalen Unterschiede und zeigt, was 2026 und 2027 zu erwarten ist.
Das Wichtigste im Überblick
- → Wohnimmobilienpreise in Österreich stiegen von Q4 2024 bis Q1 2026 um +3,3 % (OeNB, Jänner 2026)
- → Die EZB senkte den Leitzins achtmal; variable Hypothekarzinsen fielen von ~5,00 % auf ~3,25 %
- → Das Transaktionsvolumen legte 2025 um +23,2 % zu (2,76 Mrd. €)
- → Wien liegt mit ~5.212 €/m² mehr als doppelt so teuer wie das Burgenland (1.859 €/m²)
- → Ab 30. Mai 2026 gilt eine neue Inseratspflicht für Energieausweise (EAVG 2026)
Wie hat sich der Markt 2023–2025 entwickelt?
In 2025 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser österreichweit um 2,1 % nominell, nach zwei Jahren mit spürbaren Rückgängen (OeNB, Pressemitteilung Jänner 2026). Das markiert das Ende der Korrekturphase, die 2022/2023 begonnen hatte.
Damals hatte eine Kombination aus Inflationsschock, stark gestiegenen Bauzinsen und gedämpfter Kaufkraft den Markt abrupt gebremst. Das Transaktionsvolumen brach ein, Verkäufer mussten Abschläge hinnehmen. In Wien fielen die realen Preise in der Spitze um bis zu 15 % gegenüber dem Rekordjahr 2022.
„Was viele übersehen haben: Die Korrektur war kein Crash, sondern eine notwendige Normalisierung. Objekte mit realistischen Preisen verkauften sich auch 2023/2024 gut. Die echten Preisrückgänge betrafen vor allem überteuerte Neubau-Erstbezüge und Lagen mit schwacher Infrastruktur."
— Thomas Wakolbinger, Selfimmo-Gründer, konzessionierter Immobilienmakler (GISA 38501128)
Seit Ende 2024 haben sich die Vorzeichen gedreht. Im Zeitraum Q4 2024 bis Q1 2026 legten die Wohnimmobilienpreise bundesweit um 3,3 % zu. Wien zeigte dabei mit +2,9 % (2025) eine leicht überdurchschnittliche Erholung; im restlichen Österreich betrug das Plus +1,6 % (OeNB Wohnimmobilienpreisindex, 2026).
Preisentwicklung Wien 2026 mit Bezirksvergleich und Transaktionsdaten →Was kostet eine Immobilie in Österreich 2026?
Der österreichweite Medianpreis für Eigentumswohnungen lag 2025 bei 4.162 €/m², jener für Einfamilienhäuser bei 2.836 €/m² (Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise 2025). Diese Werte liegen noch deutlich unter dem Rekordjahr 2022, was für Käufer bedeutet, dass der Markt 2026 günstigere Einstiegspunkte bietet als auf dem Höhepunkt.
Besonders auffällig: In mehreren Bundesländern haben Baugrundstücke bereits neue Höchstpreise erreicht, während Wohn- und Gewerbeimmobilien noch Aufholpotenzial zeigen. Das signalisiert, dass Entwickler und Investoren bereits wieder aktiv sind.
Laut Statistik Austria und dem WKO Immobilienpreisspiegel 2026 reicht die Preisspanne von rund 1.859 €/m² im Burgenland bis über 5.212 €/m² in Wien. Der Faktor zwischen günstigstem und teuerstem Bundesland liegt also bei fast 1:3. Das zeigt, wie stark die Lage das Ergebnis eines Immobilienverkaufs beeinflusst.
Wien vs. Bundesländer: Wo liegen die Preise wirklich?
Wien bleibt das teuerste Pflaster Österreichs, aber innerhalb der Stadt variieren die Preise extrem stark. In 2025 lag der Durchschnittskaufpreis für eine Wohnung in Wien bei 316.157 €, mit einem Quadratmeterpreis von rund 5.000–6.000 € (meinbezirk.at / OeNB, 2025).
Die Extremwerte zeigen, wie weit die Schere auseinandergehen kann: In der Inneren Stadt (1. Bezirk) erreichen Immobilien bis zu 13.005 €/m², während man in Favoriten oder Simmering teils unter 4.000 €/m² findet. Salzburg liegt mit Neubauwohnungen von bis zu 9.000 €/m² in Bestlagen auf ähnlichem Niveau wie teure Wiener Innenstadtbezirke.
| Bundesland | Ø Preis Eigentumswohnung 2025 | Tendenz |
|---|---|---|
| Wien | ~5.212 €/m² | ↑ +2,9 % |
| Salzburg (Stadt) | ~5.100 €/m² | ↑ |
| Tirol (Innsbruck) | ~4.620 €/m² | ↑ |
| Österreich Ø | 4.162 €/m² | ↑ +2,1 % |
| Oberösterreich | ~3.450 €/m² | → |
| Steiermark | ~3.290 €/m² | ↑ |
| Burgenland | ~1.859 €/m² | → |
Quellen: Statistik Austria, WKO Immobilienpreisspiegel 2026
„Gerade in Randlagen Wiens und in mittelgroßen Städten wie Linz oder Klagenfurt sehen wir 2026 eine deutlich erhöhte Nachfrage von Käufern, die sich die Wiener Preise nicht mehr leisten können oder wollen. Das treibt dort die Preise stärker als die reinen Indexdaten abbilden."
— Thomas Wakolbinger, Selfimmo-Gründer, konzessionierter Immobilienmakler (GISA 38501128)
Was hat die Zinswende bewirkt?
Die Europäische Zentralbank senkte ihren Leitzins von September 2024 bis Juni 2025 achtmal in Folge, eine der schnellsten Lockerungszyklen der EZB-Geschichte (INFINA, EZB-Leitzinstrends 2026). Die Einlagenfazilität liegt Stand Mai 2026 bei 2,00 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 %.
In Österreich hat sich das direkt auf die Finanzierungskosten ausgewirkt. Ein variabel verzinster Immobilienkredit sank von rund 5,00 % im Herbst 2023 auf ca. 3,25 % im März 2026 (INFINA, Zinsentwicklung). Das entspricht bei einem Kredit über 300.000 € einer monatlichen Ersparnis von rund 450–500 €.
Die Folge: Die Anzahl neuer Hypothekarkredite hat sich gegenüber 2023/2024 nahezu verdoppelt (OTS/ImmoFokus Marktbericht Q4 2025). Käufer, die in der Hochzinsphase an der Seitenlinie gewartet hatten, kehren in den Markt zurück.
Laut Zinsspezialisten (infina.at) sind derzeit fixe Zinskonditionen günstiger als variable, eine ungewöhnliche Konstellation, die Käufern 2026 kurzfristig Planungssicherheit bieten kann, bevor eventuelle weitere Erhöhungen greifen.
Warum bleibt das Angebot knapp und was bedeutet das für Verkäufer?
Die Nachfrage zieht an, aber das Angebot hält nicht Schritt. Hohe Baukosten haben 2024 und 2025 viele Neubauprojekte gestoppt oder verzögert. Dieser Fertigstellungs-Gap zeigt sich 2026 am Markt: Wer ein bestehendes Objekt verkauft, trifft auf weniger Konkurrenz als noch 2020–2022.
Das Transaktionsvolumen am österreichischen Immobilienmarkt betrug 2025 rund 2,76 Mrd. €, ein Plus von 23,2 % gegenüber dem Vorjahr (2,25 Mrd. €). Bei Eigentumswohnungen lag das Transaktionsplus in den ersten drei Quartalen 2025 bei +18 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 (ad-hoc-news.de / immofokus.at).
„Was wenige einkalkulieren: Die Verknappung betrifft vor allem Objekte unter 400.000 €. In diesem Segment spüren wir als Makler die stärkste Bieterdynamik. Größere Objekte und Gewerbeimmobilien bewegen sich dagegen noch langsamer, weil hier die Finanzierungshürden höher bleiben."
— Thomas Wakolbinger, Selfimmo-Gründer, konzessionierter Immobilienmakler (GISA 38501128)
Für Immobilienverkäufer bedeutet das: 2026 ist ein gutes Jahr, um zu verkaufen. Die erhöhte Nachfrage und das knappe Angebot schaffen Verhandlungsspielraum auf Verkäuferseite. Wer seinen Verkaufspreis realistisch ansetzt, darf wieder mit Gegenangeboten rechnen.
Den richtigen Verkaufspreis festlegen →Ausblick 2026/2027: Was ist zu erwarten?
Für 2026 rechnet der Expertenkonsens mit weiter moderaten Preissteigerungen. In Zentrallagen werden +3,5 % prognostiziert, in Stadtrandlagen +2,9 %, am Land +2,3 % (infina.at / OeNB-Daten). Getrieben wird das vor allem durch:
Weiterhin niedrige, aber leicht steigende Zinsen
Die Finanzierbarkeit bleibt besser als 2023.
Angebotsknappheit
Durch den Rückgang im Neubau 2024/2025.
Steigende Löhne
Die Kaufkraft für Wohneigentum hat sich 2025 spürbar verbessert.
Nachholeffekt
Viele Käufer, die 2022–2024 abgewartet haben, kaufen jetzt.
Für 2027/2028 wird der Rückgang im Neubau noch deutlicher spürbar werden. Experten wie ImmoFokus und RE/MAX Österreich gehen davon aus, dass der Mangel an neuen Einheiten ab 2027 zu stärkerem Preisdruck führen wird, insbesondere in Wien und Ballungsräumen (immobilien-redaktion.com).
Ein Risikofaktor bleibt der neue EZB-Erhöhungszyklus: Sollten die Zinsen 2026/2027 deutlicher steigen als erwartet, könnte das die Nachfrage erneut bremsen.
Detaillierte Immobilienpreise-Prognose für Österreich 2026–2028 →Was ändert die EAVG-Novelle 2026 für Inserenten?
Seit 30. Mai 2026 gilt in Österreich eine neue Inseratspflicht für Energieausweise (Änderung des EAVG 2012). Wer eine Immobilie zum Kauf oder zur Miete inseriert, muss jetzt die Energieeffizienzklasse (A++ bis G) sowie den Energieeffizienzfaktor (EEB) angeben; der frühere Heizwärmebedarfswert (fGEE) reicht nicht mehr aus.
Die Änderung betrifft nicht nur den Inhalt von Inseraten, sondern auch die Gültigkeit bestehender Energieausweise. Wer ein Objekt mit einem alten Ausweis im Bestand hat, sollte prüfen, ob die neuen Pflichtangaben bereits abgedeckt sind. Fehlt die Angabe, drohen Verwaltungsstrafen bis zu 1.450 € (§ 9 EAVG 2012).
Energieausweis-Pflicht beim Immobilienverkauf (EAVG 2026) →„Wir empfehlen Verkäufern, vor dem Inserieren den Energieausweis aktiv anzufordern und die neue Klasse A++ bis G bereits im ersten Inserat korrekt anzugeben. Nachbesserungen kosten Zeit und können den Verkaufsprozess verzögern."
— Thomas Wakolbinger, Selfimmo-Gründer, konzessionierter Immobilienmakler (GISA 38501128)
Wie nutzen Verkäufer die aktuelle Marktlage 2026?
Der Markt hat sich von der Korrekturphase erholt, aber er ist kein Selbstläufer. Drei Punkte sind entscheidend:
1. Realistische Preissetzung zahlt sich aus
Überteuerte Objekte stehen länger, auch wenn die Nachfrage steigt. Der Markt ist informierter als je zuvor. Käufer kennen die Vergleichswerte.
2. Timing hat Wert
Die aktuelle Phase (steigende Nachfrage, knappes Angebot, noch akzeptables Zinsniveau) ist für Verkäufer günstig. Ob diese Konstellation 2027 noch so aussieht, ist offen.
3. Dokumentation wird wichtiger
Energieausweis nach EAVG 2026, Grundbuchauszug, Betriebskostenabrechnung: Käufer fordern mehr Transparenz. Wer vorbereitet ist, verkauft schneller.
Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Immobilie unter den aktuellen Marktbedingungen wert ist, bietet Thomas Wakolbinger, konzessionierter Immobilienmakler (GISA Nr. 38501128), eine kostenlose Erstbewertung, ohne Verpflichtung und mit konkretem Marktwert.
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In 2025 stiegen die Wohnimmobilienpreise österreichweit um 2,1 % nominell (OeNB). Von Q4 2024 bis Q1 2026 betrug das Plus 3,3 %. Für das Gesamtjahr 2026 prognostizieren Experten weitere moderate Anstiege: +3,5 % in Zentrallagen, +2,9 % in Stadtrandlagen und +2,3 % am Land.
Der österreichweite Medianpreis für Eigentumswohnungen lag 2025 bei 4.162 €/m² (Statistik Austria), für Einfamilienhäuser bei 2.836 €/m². Wien liegt mit ~5.212 €/m² deutlich über dem Bundesschnitt, das Burgenland mit ~1.859 €/m² am unteren Ende.
Acht Leitzinssenkungen von September 2024 bis Juni 2025 ließen variable Hypothekarzinsen von ~5,00 % auf ~3,25 % fallen. Die Anzahl neuer Hypothekarkredite verdoppelte sich nahezu. Mit der EZB-Zinserhöhung vom 11. Juni 2026 könnte sich dieser Trend kurzfristig umkehren.
Ja. Das Transaktionsvolumen stieg 2025 um +23,2 %, die Käufernachfrage erholt sich, und das knappe Angebot durch rückläufigen Neubau stärkt die Verhandlungsposition von Verkäufern.
Seit 30. Mai 2026 muss in Kaufinseraten die Energieeffizienzklasse (A++ bis G) und der EEB ausgewiesen werden. Der alte fGEE-Wert allein reicht nicht mehr. Bei fehlenden Angaben drohen Verwaltungsstrafen bis 1.450 € (§ 9 EAVG 2012).
Fazit: Österreichischer Immobilienmarkt 2026
Der Immobilienmarkt Österreich hat die Korrektur von 2022–2024 hinter sich. Sinkende Zinsen, gestiegene Löhne und eine aufgestaute Nachfrage haben ihn wieder in Bewegung gebracht. Die Preise steigen moderat, das Transaktionsvolumen wächst, und Verkäufer befinden sich in einer deutlich besseren Ausgangssituation als noch vor zwei Jahren.
Die Herausforderungen bleiben: zu wenig Neubau, ein möglicher neuer Zinserhöhungszyklus, und steigende regulatorische Anforderungen wie die neue EAVG-Inseratspflicht. Wer 2026 verkauft oder kauft, sollte die lokale Marktlage kennen, nicht nur den nationalen Durchschnitt.
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Thomas Wakolbinger
Konzessionierter Immobilienmakler · GISA 38501128
Gründer von Selfimmo und Geschäftsführer der WATEK Homes GmbH (Hofau 7, 4650 Lambach). Thomas begleitet private Eigentümer beim Immobilienverkauf in Österreich – mit dem Ziel, Verkäufer provisionsfrei und rechtlich abgesichert durch den gesamten Prozess zu führen.
Mehr über uns →Quellenangaben
- OeNB, Pressemitteilung Wohnimmobilienpreise Jänner 2026, abgerufen 2026-06-11, oenb.at
- OeNB, Wohnimmobilienpreisindex (Statistik-Datenbank), abgerufen 2026-06-11, oenb.at
- Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, abgerufen 2026-06-11, statistik.at
- WKO, Immobilienpreisspiegel 2026, abgerufen 2026-06-11, wko.at
- OTS/ImmoFokus, Immobilienmarkt Österreich 2025: Erholung mit angezogener Handbremse, abgerufen 2026-06-11, ots.at
- INFINA, Zinsentwicklung & Zinsprognose Österreich, abgerufen 2026-06-11, infina.at
- INFINA, EZB-Leitzins Verlauf und Prognose, abgerufen 2026-06-11, infina.at
- durchblicker.at, EZB-Leitzinssatz aktuell, abgerufen 2026-06-11, durchblicker.at
- RE/MAX Österreich, Immobilienmarkt-Studie 2026, abgerufen 2026-06-11, immobilien-redaktion.com
- ad-hoc-news.de / ImmoFokus, Transaktionsvolumen Österreich 2025, abgerufen 2026-06-11, immofokus.at