Ratgeber · Preisprognose
Immobilienpreise Österreich Prognose 2026–2028: Expertenanalyse
Der österreichische Immobilienmarkt hat die Korrekturphase hinter sich. Doch wie geht es weiter? Steigen die Preise moderat, oder droht mit dem neuen EZB-Zinszyklus die nächste Bremse? Dieser Artikel analysiert, worauf die Prognosen basieren, welche Risiken bestehen und was das konkret für Verkäufer und Käufer bedeutet.
Von Thomas Wakolbinger · Konzessionierter Immobilienmakler · GISA 38501128 · Aktualisiert Juni 2026
Das Wichtigste im Überblick
- →OeNB: Wohnimmobilienpreise stiegen Q4 2024 bis Q1 2026 um +3,3 % bundesweit
- →Prognose 2026: +3,5 % in Zentrallagen, +2,9 % Stadtrand, +2,3 % Land
- →EZB erhöhte am 11. Juni 2026 die Zinsen erstmals wieder; Hypothekarzinsen steigen
- →Neubaumangel: 2027/2028 droht stärkerer Preisdruck durch Fertigstellungs-Gap
- →Reale Preise liegen noch unter dem Rekordjahr 2022; Aufholpotenzial bleibt
Wo stehen die Immobilienpreise Österreich 2026?
Im Jahr 2025 stiegen die Wohnimmobilienpreise in Österreich um 2,1 % nominell, nach zwei Jahren Rückgang ein klares Signal der Erholung (OeNB, Pressemitteilung 29. Jänner 2026). Im kumulierten Zeitraum von Q4 2024 bis Q1 2026 beträgt das Plus bereits 3,3 %.
Dennoch: Die Preise liegen noch immer merklich unter dem Höhepunkt von 2022. Laut OeNB wurden die nominellen Rekordwerte aus dem Boomjahr 2022 noch nicht wieder erreicht. Das bedeutet, dass Käufer heute real günstiger einsteigen können als auf dem Höhepunkt. Verkäufer erzielen trotzdem bereits wieder steigende Preise.
Einschätzung: Die Korrektur von 2022–2024 war kein Preissturz, sondern eine Normalisierung nach einem außergewöhnlichen Boom. Der Markt ist gesünder als sein Ruf, was die aktuelle Erholung erklärt.
Der österreichweite Medianpreis für Eigentumswohnungen lag 2025 bei 4.162 €/m², für Einfamilienhäuser bei 2.836 €/m² (Statistik Austria). Beides liegt unter dem nominellen Rekordjahr 2022, aber die Richtung stimmt wieder.
Eine Übersicht der aktuellen Preise nach Bundesland bietet der Marktüberblick Österreich 2026. Die Preisentwicklung in Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck im Detail vergleicht unser Ratgeber zu den Immobilienpreisen der Landeshauptstädte 2026.
Was sagen die Daten für 2026 und 2027?
Laut Expertenkonsens, dem der OeNB-Preisindex und Daten von infina.at, ImmoFokus und RE/MAX zugrunde liegen, ergibt sich für 2026 folgendes Bild:
In Zentrallagen wird 2026 mit +3,5 % das stärkste Wachstum erwartet. Der Grund: Urbane Lagen profitieren überproportional von der gestiegenen Kaufkraft und der erhöhten Finanzierungsbereitschaft durch die gesunkenen Zinsen. Stadtrandlagen folgen mit +2,9 %, ländliche Regionen mit +2,3 % (infina.at, Immobilienpreise Österreich Prognose).
Für 2027 und 2028 zeichnet sich ein interessanter Bruch ab: Durch den Rückgang im Neubau 2024/2025 wird das verfügbare Angebot knapper. Experten wie ImmoFokus und RE/MAX Österreich gehen davon aus, dass dieser Fertigstellungs-Gap ab 2027 zu deutlich stärkerem Preisdruck führen wird, insbesondere in Wien und anderen Ballungsräumen (RE/MAX Studie Immobilienmarkt 2026).
Was bedeutet der neue EZB-Kurs für Immobilienkäufer?
Acht Zinssenkungen der EZB von September 2024 bis Juni 2025 haben den Markt belebt. Variable Hypothekarzinsen fielen von rund 5,00 % (Herbst 2023) auf ca. 3,25 % (März 2026). Doch am 11. Juni 2026 hat die EZB die Leitzinsen erstmals wieder um 25 Basispunkte erhöht (durchblicker.at).
Das ist ein relevantes Signal für den Immobilienmarkt:
- Variable Kredite werden kurzfristig teurer
- Die monatliche Belastung steigt bei 300.000 € Kredit um ca. 35–45 €
- Fixzinskonditionen sind derzeit noch günstiger als variable, eine für Österreich ungewöhnliche Konstellation
Einschätzung aus der Maklerpraxis: Käufer, die 2025/Anfang 2026 auf variable Konditionen gesetzt haben, profitieren noch von der niedrigen Zinsphase. Wer jetzt finanziert, sollte ernsthaft über eine Fixzinsbindung nachdenken. Der Markt rechnet mit weiteren moderaten Erhöhungen im zweiten Halbjahr 2026.
Der Konsens der Zinsprognostiker (Raisin Zinsentwicklung Österreich) sieht den EZB-Zinserhöhungszyklus aber als moderat. Keine Rückkehr zu den Hochzinszeiten 2022/2023. Das bedeutet: Die Finanzierbarkeit bleibt deutlich besser als auf dem Zinshöhepunkt, auch wenn die Luft nach oben etwas dünner wird.
Warum bleibt das Angebot trotz steigender Nachfrage knapp?
Ein wenig diskutierter Faktor ist entscheidend für die Preisprognose: Österreich baut zu wenig. Die hohen Baukosten 2024 und 2025 haben viele Neubauprojekte gestoppt oder verzögert. Dieser Fertigstellungs-Gap schlägt ab 2026/2027 voll durch.
Konkret: Wer heute ein Bestandsobjekt verkauft, trifft auf Käufer, die kaum Alternativen im Neubausegment haben. Die Nachfrage verlagert sich massiv auf bestehende Objekte, was die Verhandlungsposition von Bestandseigentümern stärkt.
Langfristig könnte das Problem sogar größer werden. Wenn Bauprojekte nicht rasch wieder anlaufen, könnte 2027/2028 ein ausgeprägter Verkäufermarkt entstehen, mit spürbarem Preisdruck nach oben. Experten sprechen von einem möglichen Plus von 5–7 % p.a. in gefragten urbanen Lagen ab 2027, falls das Angebot nicht mitzieht (ImmoFokus, Ausblick 2026).
Was die Prognosen nicht einkalkulieren
Viele Modelle unterschätzen den Nachholeffekt bei Haushalten, die 2022–2024 den Kauf verschoben haben. Diese latente Nachfrage ist erheblich. Sie kommt schrittweise zurück, sobald die Finanzierungskosten akzeptabel bleiben.
Welche Rolle spielen Löhne und Kaufkraft für die Prognose?
Neben Zinsen und Angebot ist die Kaufkraftentwicklung ein zentraler Preistreiber. In Österreich sind die Löhne 2024 und 2025 stark gestiegen, teilweise im zweistelligen Bereich bei Kollektivvertragsabschlüssen.
Das Ergebnis: Die Leistbarkeit von Wohneigentum hat sich 2025 spürbar verbessert, auch wenn die nominellen Preise wieder steigen. Ein Haushalt mit gleichem Kredit kann 2025/2026 real mehr Immobilie finanzieren als noch 2022/2023, weil Löhne stark gestiegen sind und Zinsen deutlich gefallen sind.
Dieser Faktor stützt die Preisprognose: Selbst bei moderatem Zinsanstieg bleibt die Nachfrage stabil, solange die Lohnentwicklung anhält.
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Was bedeutet die Preisprognose für Ihren Verkaufspreis?
Die Datenlage ergibt für Verkäufer ein klares Bild:
2026 ist ein gutes Verkaufsjahr. Nachfrage zieht an, Angebot bleibt knapp, Zinsen sind noch moderat. Wer verkauft, findet mehr potenzielle Käufer als noch 2023/2024.
Timing-Risiko besteht. Der neue EZB-Erhöhungszyklus könnte 2026/2027 die Nachfrage etwas dämpfen. Wer auf einen deutlich besseren Zeitpunkt in zwei Jahren spekuliert, geht ein kalkuliertes Risiko ein.
Preissetzung bleibt entscheidend. Trotz Erholung ist der Markt kein Selbstläufer. Gut vorbereitete Objekte mit realistischen Preisen verkaufen sich deutlich schneller als überteuerte Angebote.
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Immobilie verkaufen 2026: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? →Häufig gestellte Fragen zur Preisprognose Österreich
Ja, nach aktuellem Konsens moderat. Für 2026 werden +3,5 % in Zentrallagen, +2,9 % in Stadtrandlagen und +2,3 % am Land prognostiziert (OeNB-Basis / infina.at). Der neue EZB-Zinserhöhungszyklus ab Juni 2026 ist ein Risikofaktor, der die Steigerungen etwas dämpfen könnte.
Kurzfristig ist ein Rückgang unwahrscheinlich. Der strukturelle Neubaumangel und die gestiegene Nachfrage stützen die Preise 2026/2027. Nur ein deutlich stärkerer Zinsanstieg als erwartet oder eine wirtschaftliche Rezession könnten zu neuen Korrekturen führen.
Nach dem Peak 2022 korrigierten die Preise nominell. In Wien fielen Preise in der Korrekturphase um bis zu 15 % unter den Höchststand. Österreichweit betrug die Korrektur ca. 5–8 % nominell (2022–2024, eigene Einschätzung auf Basis OeNB-Index). Seit 2025 steigen die Preise wieder.
Im Bundesländervergleich liegen Wien (~5.212 €/m²) und Salzburg (~5.100 €/m²) am teuersten. Das Burgenland (~1.859 €/m²) ist mit Abstand am günstigsten. Für Investoren sind Regionen mit stabiler Nachfrage und erschwinglichem Einstiegspreis wie Graz oder Linz oft attraktiver als Wien-Innenstadtlagen.
2026 bietet günstige Verkaufsbedingungen: hohe Nachfrage, knappes Angebot, noch moderates Zinsniveau. Ob 2027 besser wird, hängt stark vom EZB-Kurs ab. Die aktuelle Datenlage spricht dafür, nicht auf ein hypothetisches besseres Timing zu warten.
Fazit: Prognose Immobilienpreise Österreich
Die österreichischen Immobilienpreise steigen 2026 moderat, getragen von gesunkenen Zinsen, gestiegenen Löhnen und einer aufgestauten Nachfrage. Der neue EZB-Erhöhungszyklus ist ein Risikofaktor, aber kein Marktwender. Strukturell deutet der Neubaumangel auf stärkeren Preisdruck ab 2027 hin.
Für Verkäufer bedeutet das: Die aktuelle Marktphase ist gut. Wer verkaufen will oder muss, findet 2026 bessere Bedingungen als in den Vorjahren. Wer sie nutzt, handelt richtig, bevor ein möglicher weiterer Zinsanstieg die Kaufbereitschaft wieder bremst.
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Thomas Wakolbinger
Konzessionierter Immobilienmakler · GISA 38501128
Gründer von Selfimmo und Geschäftsführer der WATEK Homes GmbH (Hofau 7, 4650 Lambach). Thomas begleitet private Eigentümer beim Immobilienverkauf in Österreich – mit dem Ziel, Verkäufer provisionsfrei und rechtlich abgesichert durch den gesamten Prozess zu führen.
Mehr über uns →Quellenangaben
- OeNB, Pressemitteilung Wohnimmobilienpreise Jänner 2026, abgerufen 2026-06-11, oenb.at
- Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, abgerufen 2026-06-11, statistik.at
- infina.at, Immobilienpreise Österreich Entwicklung und Prognose, abgerufen 2026-06-11, infina.at
- durchblicker.at, EZB-Leitzinssatz aktuell, abgerufen 2026-06-11, durchblicker.at
- RE/MAX Studie Immobilienmarkt 2026, abgerufen 2026-06-11, immobilien-redaktion.com
- ImmoFokus, Ausblick 2026: Stabilisierung am Immobilienmarkt, abgerufen 2026-06-11, immofokus.at
- Raisin, Zinsentwicklung Österreich 06/2026, abgerufen 2026-06-11, raisin.com