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Ratgeber · Markt-Timing

Immobilie verkaufen 2026: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Der österreichische Immobilienmarkt zeigt 2026 deutliche Anzeichen einer Erholung: Der OeNB-Wohnimmobilienpreisindex erreichte im 1. Quartal 2026 mit 272,2 Punkten ein neues Hoch, die Nachfrage zieht an, und das Neubauangebot liegt auf einem historischen Tiefpunkt. Für Verkäufer ergibt sich daraus eine Marktlage, die in vielen Regionen deutlich günstiger ist als noch vor zwei Jahren.

Von Thomas Wakolbinger · Konzessionierter Immobilienmakler · GISA 38501128 · Aktualisiert Juni 2026

Aufwärtstrend-Diagramm zur Immobilienmarktentwicklung in Österreich 2026

Das Wichtigste im Überblick

  • OeNB-Wohnimmobilienpreisindex Q1 2026: 272,2 Punkte, neues Hoch
  • Wien-Eigentumswohnungen 2025: +6,5 % auf €5.512/m² (RE/MAX-ImmoSpiegel)
  • Preisprognose 2026 österreichweit: +3,4 %, regional bis zu +4,2 % (Wien)
  • Nachfrage zieht an: +3,9 % insgesamt, bei Einfamilienhäusern sogar +8 %
  • KIM-Verordnung seit Mitte 2025 ausgelaufen, leichterer Kreditzugang
  • Neubau auf historischem Tiefpunkt (27.000 bis 31.000 Einheiten 2026) führt zu einem Verkäufermarkt in Ballungsräumen
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Wie ist die aktuelle Marktlage für Immobilienverkäufer 2026?

Der OeNB-Wohnimmobilienpreisindex stieg im 1. Quartal 2026 auf 272,2 Punkte, den höchsten je gemessenen Stand. Auch auf Stadtebene zeigt sich der Trend deutlich: In Wien stiegen die Preise für Eigentumswohnungen 2025 laut RE/MAX-ImmoSpiegel um 6,5 % auf durchschnittlich €5.512/m², der durchschnittliche Kaufpreis stieg um 3,9 % auf €316.157 (siehe Immobilienpreise Wien 2026). Auch in den Bundesländern zeigte sich 2025 laut ImmoScout24 eine moderate Aufwärtsbewegung (siehe Städtevergleich Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck).

Bei Einfamilienhäusern lag der Durchschnittspreis 2025/26 bei rund €4.070/m², ein Plus von etwa 6 % gegenüber dem Vorjahr (bauherrenhilfe.org).


Wie entwickeln sich die Immobilienpreise 2026 in Österreich?

Region Preisprognose 2026
Wien+4,2 %
Niederösterreich+4,0 %
Steiermark+4 %
Oberösterreich+3 %
Österreich gesamt+3,4 %
Salzburg+1,5 % bis +2 %
Tirolweitgehend unverändert

Quelle: onOffice, Immobilienmarkt 2026, ImmoScout24-Datenanalyse März 2026.

Preisprognose 2026 nach Bundesland

in Prozent · Quelle: onOffice (2026), ImmoScout24-Datenanalyse (März 2026)

Wien
+4,2 %
Niederösterreich
+4,0 %
Steiermark
+4 %
Oberösterreich
+3 %
Österreich gesamt
+3,4 %
Salzburg
+1,5 bis 2 %
Tirol
~0 %

Österreich-Durchschnitt (navy) hervorgehoben.

Wie sich diese Werte über das Jahr hinaus entwickeln dürften, beleuchtet unsere ausführliche Immobilienpreise Österreich: Prognose 2026 mit Blick auf Zinsen, Nachfrage und Marktlage.


Nachfrage zieht an: KIM-Verordnung ausgelaufen

Ein wesentlicher Treiber der Markterholung 2026 ist das Auslaufen der KIM-Verordnung Mitte 2025: Die strengen Vorgaben (20 % Eigenkapital, 40 % Schuldendienstquote) sind nicht mehr rechtlich bindend, die FMA setzt seither auf flexiblere Leitlinien (onOffice). Das erleichtert insbesondere jungen Familien den Zugang zu Wohnbaukrediten.

Gleichzeitig ist die Gesamtnachfrage 2026 um rund 3,9 % gestiegen, bei Einfamilienhäusern sogar um rund 8 % gegenüber den Vorjahren (bauherrenhilfe.org). Nach Jahren der Zurückhaltung zeigt sich die Käuferstimmung wieder spürbar positiver.


Warum begünstigt die Angebotsknappheit Verkäufer 2026?

Während die Nachfrage steigt, bleibt das Neubauangebot knapp: Aufgrund hoher Baukosten wurden 2024/25 deutlich weniger Projekte gestartet. Die Fertigstellungszahlen 2026 erreichen mit voraussichtlich 27.000 bis 31.000 Einheiten einen historischen Tiefpunkt (onOffice).

Dieser „Fertigstellungs-Gap", also wenig neues Angebot trifft auf steigende Nachfrage, begünstigt tendenziell Verkäufer, besonders in Ballungsräumen wie Wien, Linz, Graz und Salzburg, wo die Nachfrage laut Städtevergleich bereits deutlich über dem Bundesland-Durchschnitt liegt.


Saisonalität: Gibt es den perfekten Monat?

Innerhalb des Jahres gelten Frühjahr (März bis Mai) und Herbst traditionell als die aktivsten Verkaufsphasen (clever-finanziert.at):

Frühjahr

März bis Mai

Hochsaison

Sommer

Juni bis August

Ruhiger

Herbst

September bis November

Hochsaison

Winter

Dezember bis Februar

Ruhiger

  • Frühjahr: Käufer sind besonders aktiv, Immobilien wirken bei Tageslicht und in der Außenanlage einladender, viele möchten vor dem Sommer umziehen.
  • Sommer: Tendenziell ruhigere Phase mit weniger neuen Inseraten und etwas geringerer Nachfrage (Urlaubszeit).
  • Herbst: Familien wollen oft vor dem Winter und Schulbeginn umziehen, gut gedämmte und sanierte Objekte sind besonders gefragt.
  • Winter: Tendenziell ruhigere Phase, dafür oft entschlossenere Interessenten mit konkretem Bedarf.
Wichtig: Saisonale Effekte sollten nachrangig gegenüber der allgemeinen Marktlage und Ihrer persönlichen Situation berücksichtigt werden. Wie lange ein Verkauf insgesamt dauert, hängt stärker von Preisstrategie und Vorbereitung ab (siehe Wie lange dauert ein Hausverkauf?). Gut gedämmte Objekte profitieren zudem vom Energieausweis als Preisfaktor.

Jetzt verkaufen oder warten? Pro und Contra

Spricht für jetzt verkaufen

  • Preise auf mehrjährigem Hoch (OeNB-Index 272,2 Punkte)
  • KIM-VO ausgelaufen, mehr kaufkräftige Interessenten
  • Knappes Angebot, weniger Konkurrenzangebote in mancher Lage
  • Persönlicher Bedarf (Umzug, Erbschaft, Trennung) unabhängig vom Markt

Spricht für abwarten

  • Prognosen erwarten weiteres moderates Plus (+3,4 % 2026)
  • Bei sehr guter Lage könnten künftige Jahre noch mehr bringen
  • Eigene Immobilie könnte von Sanierung oder Energieausweis-Verbesserung profitieren
  • Markterholung ist noch jung, Unsicherheiten bleiben

In den meisten Fällen überwiegen persönliche Gründe (Lebenssituation, Finanzierungsbedarf, Zustand der Immobilie) die Frage des „perfekten" Markttimings. Die aktuelle Marktlage macht 2026 für viele Verkäufer aber zu einem überdurchschnittlich günstigen Zeitpunkt.

„In der Praxis überwiegen persönliche Faktoren wie Lebenssituation oder Finanzierungsbedarf das abstrakte Markttiming fast immer. Ein günstiger Markt nützt wenig, wenn die Immobilie dadurch ein Jahr länger ungenutzt bleibt."

Thomas Wakolbinger, Konzessionierter Immobilienmakler bei Selfimmo (GISA 38501128)

Was bedeutet das für Ihre Verkaufsentscheidung?

Ob 2026 der richtige Zeitpunkt für Ihren Verkauf ist, hängt von der Kombination aus Marktlage und Ihrer individuellen Situation ab. Eine aktuelle, marktnahe Bewertung Ihrer Immobilie ist der erste Schritt, um diese Entscheidung auf einer soliden Datenbasis zu treffen.

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Häufig gestellte Fragen zum Markt-Timing 2026

Mehrere Indikatoren sprechen für einen vergleichsweise günstigen Zeitpunkt: Der OeNB-Wohnimmobilienpreisindex erreichte im 1. Quartal 2026 mit 272,2 Punkten ein neues Hoch, die Nachfrage zieht laut Marktanalysen an (+3,9 % bzw. bei Einfamilienhäusern +8 %), und das Neubauangebot liegt auf einem historischen Tiefpunkt. Die individuelle Situation (Lage, Zustand, persönliche Gründe) bleibt aber immer entscheidender als der allgemeine Markttrend.

2025 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in Wien laut RE/MAX-ImmoSpiegel um 6,5 % auf durchschnittlich 5.512 €/m². Für 2026 wird ein moderater Anstieg von rund 3,4 % österreichweit erwartet, mit regionalen Unterschieden: Wien +4,2 %, Niederösterreich +4,0 %, Steiermark +4 %, Oberösterreich +3 %, Salzburg +1,5 bis 2 %, Tirol weitgehend unverändert.

Die strengen Vorgaben der KIM-Verordnung (20 % Eigenkapital, 40 % Schuldendienstquote) sind seit Mitte 2025 nicht mehr rechtlich bindend. Das erleichtert den Zugang zu Wohnbaukrediten, insbesondere für junge Familien, und stimuliert die Nachfrage im Eigennutzer-Segment zusätzlich.

Frühjahr (März bis Mai) und Herbst gelten traditionell als die aktivsten Phasen am Immobilienmarkt, da Käufer zu diesen Zeiten besonders aktiv nach einem Umzug vor Sommer oder Winter suchen. Sommer und Winter sind tendenziell ruhiger. Saisonale Effekte sollten aber nur nachrangig in die Verkaufsentscheidung einfließen.

Aufgrund hoher Baukosten wurden 2024/25 deutlich weniger Neubauprojekte gestartet. Die Fertigstellungszahlen 2026 erreichen mit rund 27.000 bis 31.000 Einheiten einen historischen Tiefpunkt. Ein knappes Neubauangebot trifft auf weiterhin hohe Nachfrage, was tendenziell zu einem Verkäufermarkt führt, besonders in Ballungsräumen.

Das hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Die aktuellen Markttrends (steigende Preise, anziehende Nachfrage, knappes Angebot) sprechen tendenziell für Verkäufer. Persönliche Faktoren wie Lebenssituation, Finanzierungsbedarf oder Zustand der Immobilie sollten jedoch immer stärker gewichtet werden als die allgemeine Markterwartung.


Fazit: Die Marktampel steht 2026 auf Grün, die persönliche Situation gibt den Ausschlag

Die Daten zeichnen für 2026 ein klares Bild: steigende Preise, anziehende Nachfrage, leichterer Kreditzugang und ein knappes Angebot. Für Verkäufer ist das eine überdurchschnittlich gute Ausgangslage. Trotzdem bleibt die wichtigste Frage immer dieselbe: Passt der Verkauf zu Ihrer aktuellen Lebenssituation? Eine fundierte Bewertung hilft, diese Entscheidung mit realistischen Zahlen zu untermauern.

Mehr zu Recht & Vertrag: Welche Pflichten, Unterlagen und Vertragsschritte beim Verkauf auf Sie zukommen, fasst unser Überblick Rechtliches beim Immobilienverkauf Österreich zusammen.

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Thomas Wakolbinger

Thomas Wakolbinger

Konzessionierter Immobilienmakler · GISA 38501128

Gründer von Selfimmo und Geschäftsführer der WATEK Homes GmbH (Hofau 7, 4650 Lambach). Thomas begleitet private Eigentümer beim Immobilienverkauf in Österreich – mit dem Ziel, Verkäufer provisionsfrei und rechtlich abgesichert durch den gesamten Prozess zu führen.

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Quellenangaben
  1. OeNB, Wohnimmobilienpreisindex Q1 2026 (Pressemitteilung 29.1.2026), abgerufen 2026-06-11, oenb.at
  2. RE/MAX-ImmoSpiegel Eigentumswohnungsmarkt 2025 (via meinbezirk.at, 5.4.2026), abgerufen 2026-06-11, meinbezirk.at
  3. onOffice, Immobilienmarkt 2026: Entwicklung, Preise und Ausblick, abgerufen 2026-06-11, at.onoffice.com
  4. ImmoScout24-Datenanalyse, Eigentumswohnungen: Preise steigen moderat, Nachfrage deutlich, März 2026
  5. bauherrenhilfe.org, Wohnmarkt 2026 in Österreich: Preise und Nachfrage steigen wieder, abgerufen 2026-06-11, bauherrenhilfe.org
  6. clever-finanziert.at, Saisonale Preisunterschiede auf dem Immobilienmarkt in Österreich, abgerufen 2026-06-11, clever-finanziert.at

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