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Ratgeber · Finanzierung 2026

Nebenkosten beim Hauskauf in Österreich: Alle Kosten 2026 im Überblick

Beim Hauskauf in Österreich kommen zum Kaufpreis noch einmal 7,6 bis 11,2 Prozent dazu. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sind das rund 22.800 Euro ohne Maklerprovision und rund 33.600 Euro mit Provision. Der Unterschied zwischen den beiden Zahlen ist die Maklerprovision von bis zu 3,6 Prozent brutto.

Diese Kosten sind kein Kleingedrucktes. Sie entscheiden darüber, ob sich der Kauf ausgeht. Denn Banken finanzieren in der Regel den Kaufpreis, nicht die Nebenkosten. Die müssen Sie aus Eigenmitteln zahlen.

Thomas Wakolbinger, konzessionierter Immobilienmakler und Gründer von Selfimmo Von Thomas Wakolbinger, konzessionierter Immobilienmakler (GISA 38501128) · Aktualisiert September 2026
Aufstellung der Kaufnebenkosten beim Hauskauf in Österreich auf einem Schreibtisch Dieses Bild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Kaufnebenkosten liegen bei 7,6 bis 11,2 Prozent des Kaufpreises
  • Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent und Grundbucheintragung 1,1 Prozent sind fix. Daran lässt sich nichts verhandeln
  • Die Vertragserrichtung kostet 1 bis 3 Prozent und ist der größte Verhandlungsspielraum
  • Die Maklerprovision von bis zu 3,6 Prozent brutto fällt nur an, wenn Sie einen Maklervertrag haben
  • Banken finanzieren die Nebenkosten meist nicht mit. Sie brauchen sie zusätzlich zum Eigenkapital
  • Die KIM-Verordnung ist seit 30. Juni 2025 Geschichte. Die Kennzahlen gelten als Richtwerte weiter

Welche Nebenkosten fallen beim Hauskauf in Österreich an?

Es sind fünf Posten. Drei davon sind gesetzlich fixiert, zwei sind verhandelbar.

Posten Höhe Bemessung Verhandelbar
Grunderwerbsteuer 3,5 % Kaufpreis nein
Grundbuchseintragung Eigentumsrecht 1,1 % Kaufpreis nein
Grundbuchseintragung Pfandrecht 1,2 % plus 85 € Pfandrechtsbetrag nein
Vertragserrichtung, Beglaubigung, Treuhand 1 bis 3 % Kaufpreis ja
Maklerprovision bis 3,6 % brutto Kaufpreis ja, fällt oft ganz weg

Quelle für die Sätze der ersten vier Zeilen: oesterreich.gv.at, Nebenkosten beim Wohnungs- und Grundstückskauf, abgerufen am 27. August 2026. Die Maklerprovision ist in der Immobilienmaklerverordnung geregelt.

Die Pfandrechtseintragung entfällt, wenn Sie bar bezahlen. Sobald eine Bank im Spiel ist, kommt sie dazu. Sie bemisst sich nicht am Kaufpreis, sondern am eingetragenen Pfandrecht. Das ist ein wichtiger Unterschied, auf den wir weiter unten zurückkommen.


Rechenbeispiel: Was kostet ein Hauskauf um 300.000 Euro wirklich?

Wir rechnen mit 300.000 Euro Kaufpreis, 20 Prozent Eigenmitteln auf den Kaufpreis und einem Kredit über 240.000 Euro. Die Vertragserrichtung setzen wir mit 2 Prozent an, also in der Mitte der üblichen Spanne.

Posten Ohne Maklerprovision Mit Maklerprovision
Grunderwerbsteuer 3,5 % 10.500 € 10.500 €
Grundbuch Eigentumsrecht 1,1 % 3.300 € 3.300 €
Grundbuch Pfandrecht 1,2 % von 240.000 € 2.880 € 2.880 €
Eingabegebühr Grundbuch 85 € 85 €
Vertragserrichtung und Treuhand 2 % 6.000 € 6.000 €
Maklerprovision 3,6 % brutto 0 € 10.800 €
Summe 22.765 € 33.565 €
Anteil am Kaufpreis 7,6 % 11,2 %

Rechnen Sie mit der unteren Grenze bei der Vertragserrichtung, sinkt die Summe ohne Provision auf 19.765 Euro. Mit der oberen Grenze steigt sie auf 25.765 Euro. Die Spanne von 6.000 Euro entsteht allein durch diesen einen Posten.

Der Gesamtbetrag, den Sie aufbringen müssen, ist damit:

Position Betrag
Eigenmittel Kaufpreis 20 % 60.000 €
Nebenkosten ohne Provision 22.765 €
Eigenmittel gesamt 82.765 €

Für eine Immobilie um 300.000 Euro brauchen Sie also nicht 60.000 Euro, sondern knapp 83.000 Euro. Das ist der Punkt, an dem viele Finanzierungen scheitern.


Grunderwerbsteuer: 3,5 Prozent, keine Ausnahme

Die Grunderwerbsteuer beträgt beim Kauf grundsätzlich 3,5 Prozent vom Kaufpreis. Sie fällt bei jedem entgeltlichen Erwerb einer Liegenschaft an und wird über den Vertragserrichter an das Finanzamt abgeführt.

Bei 300.000 Euro sind das 10.500 Euro. Es ist der größte einzelne Nebenkostenposten, sobald keine Maklerprovision anfällt.

Andere Sätze gelten bei Übertragungen im Familienverband. Dort wird nach dem Grundstückswert und einem Stufentarif gerechnet. Für den normalen Kauf am Markt bleibt es bei 3,5 Prozent.

Grunderwerbsteuer Österreich: Bemessung, Stufentarif und Fälligkeit →

Grundbuch: 1,1 Prozent für das Eigentum, 1,2 Prozent für das Pfandrecht

Ins Grundbuch müssen Sie zweimal. Einmal für Ihr Eigentumsrecht, einmal für das Pfandrecht der Bank.

Eigentumsrecht: 1,1 Prozent vom Kaufpreis. Ohne diese Eintragung sind Sie nicht Eigentümer. Bei 300.000 Euro sind das 3.300 Euro.

Pfandrecht: 1,2 Prozent vom Pfandrechtsbetrag, dazu 85 Euro Eingabegebühr. Hier wird es unangenehm. Der Pfandrechtsbetrag ist nicht automatisch die Kreditsumme. Banken lassen häufig einen höheren Betrag eintragen, um Zinsen und Nebengebühren mit abzusichern.

Konkret nachfragen: Klären Sie vor Vertragsunterzeichnung, mit welchem Betrag Ihre Bank das Pfandrecht eintragen lässt. Jede zusätzliche Zehntausend Euro kostet Sie 120 Euro.

Wenn Sie ohne Kredit kaufen, entfällt dieser Posten vollständig.


Vertragserrichtung und Treuhand: der verhandelbare Teil

Kaufverträge über Liegenschaften werden von einem Notar oder einem Rechtsanwalt errichtet. Dazu kommen die Beglaubigung der Unterschriften und die Treuhandabwicklung, über die der Kaufpreis fließt.

Rechnen Sie mit 1 bis 3 Prozent des Kaufpreises. Bei 300.000 Euro sind das 3.000 bis 9.000 Euro.

Das ist der einzige große Posten, bei dem Verhandeln wirklich etwas bringt. Holen Sie zwei Angebote ein. Fragen Sie konkret, was enthalten ist: Vertragserrichtung, Beglaubigung, Treuhandabwicklung, grundbücherliche Durchführung, Selbstberechnung der Grunderwerbsteuer. Ein günstiger Grundpreis nützt wenig, wenn die Hälfte extra verrechnet wird.

Notar beim Immobilienverkauf: Leistungen, Kosten und Treuhand →

Maklerprovision: wer zahlt sie und wann entfällt sie

Die maximale Maklerprovision für Kaufverträge beträgt 3 Prozent netto zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer, also 3,6 Prozent brutto pro Partei. Der Satz gilt für Kaufpreise über 48.448,52 Euro, darunter greift eine Staffel.

Wichtig für Käufer: In Österreich können beide Seiten Provision schulden. Käufer und Verkäufer, wenn beide einen Maklervertrag haben. Das Bestellerprinzip gilt in Österreich seit 1. Juli 2023 nur für Wohnungsmietverträge, nicht für Kaufverträge.

Sie zahlen als Käufer Provision, wenn Sie selbst einen Maklervertrag abgeschlossen haben und der Makler nachweislich zum Abschluss beigetragen hat. Sie zahlen keine, wenn Sie direkt von privat kaufen, ohne dass ein Makler vermittelt hat.

Bei 300.000 Euro geht es um 10.800 Euro.

Maklerprovision Österreich: Staffel, Fälligkeit und Verhandlungsspielraum →

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten ohne Makler?

Das ist die meistgestellte Frage zu diesem Thema, und die Antwort ist einfach.

Ohne Maklerprovision zahlen Sie bei 300.000 Euro Kaufpreis rund 22.800 Euro statt 33.600 Euro. Sie sparen die vollen 10.800 Euro, weil die Provision der einzige Posten ist, der komplett entfallen kann.

Alle anderen Kosten bleiben. Grunderwerbsteuer, Grundbuch und Vertragserrichtung fallen unabhängig davon an, ob ein Makler beteiligt war. Wer mit einem provisionsfreien Kauf rechnet und dabei die restlichen 7,6 Prozent vergisst, verrechnet sich um denselben Betrag noch einmal.

Ein Hinweis in eigener Sache, damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Selfimmo ist konzessionierter Immobilienmakler. Provisionsfrei ist bei uns die Verkäuferseite. Der Service wird über die Käuferseite finanziert. Wenn Sie also über Selfimmo kaufen, kaufen Sie nicht provisionsfrei. Wenn Sie über Selfimmo verkaufen, verkaufen Sie ohne Maklerprovision.

Provisionsfrei gegen klassischen Makler im Vergleich →

Nebenkosten beim Wohnungskauf: was anders ist

Bei einer Eigentumswohnung gelten dieselben Sätze. Grunderwerbsteuer, Grundbuch und Vertragserrichtung berechnen sich genauso wie beim Haus. Drei Punkte kommen dazu.

1

Anteil an der Rücklage

Jede Eigentümergemeinschaft bildet eine Rücklage für Sanierungen. Der bestehende Anteil geht mit der Wohnung auf Sie über. Er wird beim Kauf nicht extra bezahlt, ist aber ein Wert, nach dem Sie fragen sollten. Eine gut dotierte Rücklage erspart Ihnen die nächste Sonderzahlung.

2

Laufende Betriebskosten ab Übergabe

Ab dem Tag der Übergabe zahlen Sie das monatliche Hausgeld. Das ist keine Kaufnebenkost, gehört aber in die Kalkulation. Verlangen Sie die letzte Betriebskostenabrechnung, bevor Sie unterschreiben.

3

Offene Zahlungen des Vorbesitzers

Rückstände bei der Eigentümergemeinschaft können auf die Wohnung durchschlagen. Ihr Vertragserrichter sollte eine Bestätigung der Hausverwaltung einholen, dass keine offenen Posten bestehen. Das ist Standard, wird aber nicht immer gemacht.

Rechnerisch bleibt es also bei denselben 7,6 bis 11,2 Prozent. Der Unterschied liegt in der Sorgfalt bei der Prüfung.


Wann welche Kosten fällig werden

Die Nebenkosten fallen nicht auf einen Schlag an. Die zeitliche Abfolge entscheidet, wann Sie wie viel flüssig brauchen.

Zeitpunkt Was fällig wird Ungefähre Höhe bei 300.000 €
vor Vertragsunterzeichnung Bewertung durch die Bank 200 bis 600 €
bei Vertragsunterzeichnung Beglaubigung der Unterschriften einige hundert Euro
nach Unterzeichnung Kaufpreis auf Treuhandkonto, Eigenmittel 60.000 € bei 20 %
innerhalb weniger Wochen Grunderwerbsteuer, Grundbuchgebühren 13.800 € plus Pfandrecht
mit der Verbücherung Honorar Vertragserrichter 3.000 bis 9.000 €
bei Vertragsabschluss Maklerprovision, falls vereinbart bis 10.800 €

Die Grunderwerbsteuer wird meist vom Vertragserrichter selbst berechnet und abgeführt. Er zieht den Betrag aus dem Treuhandkonto ab. Sie müssen ihn also nicht separat überweisen, aber er muss im Topf sein.

Planen Sie einen Puffer von zwei bis drei Monaten zwischen Unterschrift und Verbücherung ein. In dieser Zeit ist Ihr Geld gebunden und die Immobilie noch nicht auf Sie eingetragen.


Warum die Nebenkosten Ihr Eigenkapital auffressen

Hier liegt der teuerste Denkfehler beim Immobilienkauf.

Banken finanzieren den Kaufpreis. Die Nebenkosten finanzieren sie in der Regel nicht mit, weil ihnen dafür keine Sicherheit gegenübersteht. Grunderwerbsteuer und Grundbuchgebühr sind weg, sobald sie bezahlt sind. Sie erhöhen den Wert der Immobilie nicht.

Paar plant am Küchentisch die Eigenmittel für den Immobilienkauf Dieses Bild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Die Finanzmarktaufsicht nennt seit Juli 2025 eine Beleihungsquote von maximal 90 Prozent als Richtwert für eine solide Kreditvergabe. Bei 300.000 Euro Kaufpreis heißt das: höchstens 270.000 Euro Kredit, mindestens 30.000 Euro Eigenmittel auf den Kaufpreis.

Dazu kommen die 22.800 Euro Nebenkosten. In Summe brauchen Sie also mindestens rund 53.000 Euro flüssig, auch wenn Sie die Beleihung voll ausreizen.

Szenario Eigenmittel Kaufpreis Nebenkosten Gesamt nötig
10 % Eigenmittel, ohne Makler 30.000 € 22.765 € 52.765 €
20 % Eigenmittel, ohne Makler 60.000 € 22.765 € 82.765 €
20 % Eigenmittel, mit Makler 60.000 € 33.565 € 93.565 €

Wer diese Rechnung erst beim Bankgespräch aufmacht, verliert Wochen. Machen Sie sie vorher.


KIM-Verordnung: Was seit Juli 2025 gilt

Die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung, kurz KIM-V, ist am 30. Juni 2025 ausgelaufen. Die FMA begründete das damit, dass das Systemrisiko bei Wohnimmobilienkrediten deutlich abgenommen habe.

An ihre Stelle trat das WIK-Rundschreiben der FMA vom 26. Juni 2025. Es nennt drei Richtwerte für eine solide Vergabe von privaten Wohnimmobilienkrediten:

Kennzahl Richtwert Bedeutung
Beleihungsquote maximal 90 % Der Kredit deckt höchstens 90 Prozent des Immobilienwerts
Schuldendienstquote maximal 40 % Die Kreditrate frisst höchstens 40 Prozent des Nettoeinkommens
Laufzeit maximal 35 Jahre Obergrenze der Kreditlaufzeit

Der Unterschied zur alten Verordnung ist die Verbindlichkeit. Die KIM-V war eine harte gesetzliche Grenze. Die Richtwerte des Rundschreibens sind das nicht. Banken dürfen abweichen, wenn eine solide Kreditvergabe trotzdem sichergestellt ist und ihre Risikostrategie das trägt. Systematische Abweichungen können laut FMA aber ein höheres Kapitalerfordernis für die Bank bedeuten.

Für Sie als Kreditnehmer heißt das: Die Zahlen sind nicht verschwunden, sie sind verhandelbar geworden. Eine Bank kann Ihnen heute 95 Prozent finanzieren. Sie muss es begründen können, und sie wird es sich bezahlen lassen.

Quelle: FMA, Mitteilung zum Auslaufen der KIM-V vom 26. Juni 2025, abgerufen am 27. August 2026.


Wie viel Kredit bekomme ich? Die Haushaltsrechnung

Die 40-Prozent-Regel ist der entscheidende Filter. Die Bank rechnet Ihr monatliches Nettoeinkommen zusammen, zieht bestehende Verpflichtungen ab und prüft, ob die geplante Rate darin Platz hat.

Ein Beispiel mit 3.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen:

Position Betrag
Nettoeinkommen Haushalt 3.500 €
Richtwert 40 % 1.400 €
bestehender Kredit 200 €
verfügbar für die neue Rate 1.200 €

Mit 1.200 Euro Rate kommen Sie bei 25 Jahren Laufzeit und einem angenommenen Nominalzins von 3,5 Prozent auf einen Kreditbetrag von rund 240.000 Euro.

Der Zinssatz ist eine Annahme für die Rechnung, kein Angebot. Er verändert das Ergebnis stark. Die tatsächlichen Konditionen hängen von Bonität, Eigenmittelanteil, Zinsbindung und Bank ab. Die aktuellen Durchschnittswerte für Wohnbaukredite veröffentlicht die Oesterreichische Nationalbank monatlich in ihrer Statistik zu den Zinssätzen der Kreditinstitute.

Zur Einordnung des Zinsumfelds: Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen mit Wirkung vom 17. Juni 2026 angehoben. Der Einlagesatz liegt bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent. Es war die erste Anhebung nach einer langen Serie von Senkungen. Wer variabel finanziert, sollte das im Kopf haben.

Was das Zinsumfeld für Preise und Kaufzeitpunkt bedeutet →

Rate durchrechnen, bevor Sie zur Bank gehen

Bevor Sie ein Angebot einholen, sollten Sie eine Hausnummer im Kopf haben. Was kostet mich der Kredit im Monat, und passt das in meine Haushaltsrechnung.

Offenlegung

Der folgende Link führt zu unserem Partner kredit-angebot.at. Selfimmo betreibt keinen eigenen Kreditrechner und vermittelt keine Kredite. Wir haben den Rechner nicht getestet und empfehlen kein bestimmtes Kreditprodukt. Für die Nutzung des Partnerangebots kann Selfimmo eine Vergütung erhalten.

Bei unserem Partner kredit-angebot.at können Sie Ihre Kreditrate berechnen. Der Rechner deckt Kreditsummen von 50.000 bis 600.000 Euro und Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren ab.

Rechnen Sie dabei mit dem Kaufpreis abzüglich Ihrer Eigenmittel, nicht mit dem Kaufpreis. Und legen Sie die Nebenkosten daneben, denn die kommen aus derselben Tasche.


Sonderfall: Die Immobilie ist noch belastet

Manchmal steht im Grundbuch noch das Pfandrecht der Bank des Verkäufers. Das ist normal und kein Grund zur Sorge, solange es sauber abgewickelt wird.

Der Ablauf läuft über das Treuhandkonto. Aus dem Kaufpreis wird zuerst der offene Kredit des Verkäufers getilgt, die Bank gibt eine Löschungsquittung, das alte Pfandrecht wird gelöscht und Ihres wird eingetragen. Erst dann fließt der Rest an den Verkäufer.

Für Sie als Käufer entstehen dadurch keine Zusatzkosten. Die Löschung zahlt der Verkäufer. Wichtig ist nur, dass Ihr Vertragserrichter die Abfolge im Kaufvertrag sauber absichert. Bestehen Sie darauf, dass die Lastenfreistellung vor Kaufpreisauszahlung geregelt ist.

Verkäufersicht mit Löschungskosten und Vorfälligkeitsentschädigung →

Was die Bank noch verlangt

Zwei kleinere Posten tauchen in vielen Rechnungen nicht auf und überraschen dann.

Bewertung der Immobilie. Die Bank will wissen, was das Objekt wert ist, bevor sie es beleiht. Je nach Institut und Objekt kostet das zwischen 200 und 600 Euro. Manche Banken übernehmen die Kosten bei Abschluss.

Wie sich die Bankbewertung von anderen Bewertungsarten unterscheidet →

Bearbeitungsgebühr. Hier hat sich die Rechtslage geändert. Der Oberste Gerichtshof hat prozentuelle Kreditbearbeitungsgebühren als gröblich benachteiligend eingestuft, unter anderem weil sich bei hohen Kreditsummen unverhältnismäßig hohe Gebühren ergeben. Unzulässig ist eine Gebühr außerdem dann, wenn die Regelung intransparent ist oder ihre Höhe den tatsächlichen Aufwand der Bank grob überschreitet.

In der Praxis rechnen Banken diese Kosten heute meist in den Zinssatz ein, statt sie separat auszuweisen. Wenn Ihnen trotzdem eine prozentuelle Bearbeitungsgebühr vorgelegt wird, fragen Sie nach der Begründung. Wer in der Vergangenheit eine solche Gebühr gezahlt hat, sollte die Rückforderungsmöglichkeiten bei der Arbeiterkammer prüfen.

Fragen Sie im Bankgespräch nach dem Effektivzinssatz. Er enthält die Nebenkosten der Finanzierung und macht Angebote vergleichbar. Der Nominalzins allein tut das nicht.


Häufig gestellte Fragen zu den Nebenkosten beim Hauskauf

Beim Hauskauf in Österreich fallen an: Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent vom Kaufpreis, Grundbuchseintragung für das Eigentumsrecht 1,1 Prozent vom Kaufpreis, Eintragung des Pfandrechts 1,2 Prozent vom Pfandrechtsbetrag plus 85 Euro Eingabegebühr, Vertragserrichtung und Treuhandabwicklung rund 1 bis 3 Prozent. Dazu kommt je nach Fall eine Maklerprovision von bis zu 3,6 Prozent brutto.

Ohne Maklerprovision liegen die Nebenkosten bei rund 22.800 Euro, das sind etwa 7,6 Prozent. Mit Maklerprovision von 3,6 Prozent brutto steigen sie auf rund 33.600 Euro oder 11,2 Prozent. Die Spanne entsteht vor allem durch die Vertragserrichtung, die zwischen 1 und 3 Prozent kostet.

Ohne Makler entfällt die Provision von bis zu 3,6 Prozent brutto. Übrig bleiben Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragung, Pfandrechtseintragung und Vertragserrichtung. Bei 300.000 Euro Kaufpreis sind das rund 22.800 Euro statt 33.600 Euro. Die Ersparnis beträgt etwa 10.800 Euro.

Für Vertragserrichtung, Beglaubigung und Treuhandabwicklung durch Notar oder Rechtsanwalt rechnen Sie mit rund 1 bis 3 Prozent des Kaufpreises. Bei 300.000 Euro sind das 3.000 bis 9.000 Euro. Der Satz ist verhandelbar und hängt vom Aufwand ab.

Die FMA nennt seit Juli 2025 eine Beleihungsquote von maximal 90 Prozent als Richtwert für eine solide Kreditvergabe. Bei 300.000 Euro Kaufpreis heißt das mindestens 30.000 Euro Eigenmittel für den Kaufpreisanteil. Dazu kommen die Nebenkosten, die Banken in der Regel nicht mitfinanzieren. In Summe sind es rund 53.000 Euro ohne Makler.

Nein. Die KIM-Verordnung ist am 30. Juni 2025 ausgelaufen. An ihre Stelle trat das WIK-Rundschreiben der FMA vom 26. Juni 2025. Es nennt dieselben drei Kennzahlen als Richtwerte: maximal 90 Prozent Beleihungsquote, maximal 40 Prozent des Nettoeinkommens für die Rate, maximal 35 Jahre Laufzeit. Banken dürfen davon abweichen, müssen die Abweichung aber begründen.


Fazit: Rechnen Sie mit zehn Prozent, dann werden Sie nicht überrascht

Die einfache Faustregel lautet: Legen Sie zum Kaufpreis zehn Prozent dazu. Ohne Makler kommen Sie mit etwas weniger aus, mit Makler wird es etwas mehr. Als Planungsgröße trägt die Zahl.

Drei Dinge sind wichtiger als die Faustregel:

1

Die Nebenkosten brauchen Sie in bar

Sie kommen zum Eigenkapital dazu, nicht davon weg.

2

Verhandeln lohnt vor allem bei der Vertragserrichtung

Dort liegen bei 300.000 Euro bis zu 6.000 Euro Unterschied. Bei Grunderwerbsteuer und Grundbuch ist nichts zu holen.

3

Fragen Sie nach dem Pfandrechtsbetrag

Wenn die Bank mehr eintragen lässt als den Kredit, zahlen Sie 1,2 Prozent auf die Differenz.

Wer diese Rechnung vor der ersten Besichtigung macht, weiß, in welcher Preisklasse er wirklich sucht. Das erspart Enttäuschungen und schlechte Entscheidungen unter Zeitdruck.

Schlüsselübergabe vor einem modernen Einfamilienhaus in Österreich Dieses Bild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

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Thomas Wakolbinger, konzessionierter Immobilienmakler und Gründer von Selfimmo

Thomas Wakolbinger

Konzessionierter Immobilienmakler · GISA 38501128

Gründer von Selfimmo und Geschäftsführer der WATEK Homes GmbH (Hofau 7, 4650 Lambach). Thomas begleitet private Eigentümer beim Immobilienverkauf in Österreich, mit dem Ziel, Verkäufer provisionsfrei und rechtlich abgesichert durch den gesamten Prozess zu führen.

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Quellenangaben
  1. oesterreich.gv.at, Nebenkosten beim Wohnungs- und Grundstückskauf. Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent, Grundbuchseintragung 1,1 Prozent, Pfandrecht 1,2 Prozent plus 85 Euro, Vertragskosten 1 bis 3 Prozent, Maklerstaffel. Abgerufen 2026-08-27, oesterreich.gv.at
  2. FMA, FMA erwartet nach Auslaufen der KIM-V solide Wohnkreditvergabe mit Hausverstand. Auslaufen der KIM-V mit 30. Juni 2025, die drei Richtwerte des WIK-Rundschreibens. Veröffentlicht 26.06.2025, abgerufen 2026-08-27, fma.gv.at
  3. FMA, Wohnimmobilienkredite. Aufsichtsrahmen und WIK-Rundschreiben im Volltext, fma.gv.at
  4. Europäische Zentralbank, Key ECB interest rates. Einlagesatz 2,25 Prozent, Hauptrefinanzierungssatz 2,40 Prozent, gültig ab 17.06.2026, ecb.europa.eu
  5. Oesterreichische Nationalbank, Zinssätze der Kreditinstitute. Monatliche Durchschnittszinsen für Wohnbaukredite im Neugeschäft, oenb.at
  6. Immobilienmaklerverordnung (ImmMV), Standes- und Ausübungsregeln für Immobilienmakler, § 15 Abs. 2 zur Provisionshöhe. RIS, abgerufen 2026-09-01, ris.bka.gv.at
  7. Maklergesetz (MaklerG), § 17a zum Bestellerprinzip, § 7 Abs. 1 zur Fälligkeit. RIS, abgerufen 2026-09-01, ris.bka.gv.at
  8. Arbeiterkammer Oberösterreich, Unzulässige Kosten beim Kreditvertrag. OGH-Judikatur zur Kreditbearbeitungsgebühr. Abgerufen 2026-09-01, arbeiterkammer.at

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