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Ratgeber · Immobilienpreise Tirol

Immobilienpreise Tirol 2026: alle 9 Bezirke im Vergleich

Bauland kostet in Tirol zwischen 148,1 Euro pro Quadratmeter in Lienz und 1.050,5 Euro in Innsbruck-Stadt (Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, Datenbasis 2021 bis 2025, veröffentlicht 28.05.2026).

Auf Gemeindeebene sieht die Rangliste völlig anders aus. Die teuerste Gemeinde Tirols ist nicht die Landeshauptstadt, sondern Reith bei Kitzbühel mit 2.741,8 Euro je Quadratmeter, gefolgt von Kitzbühel selbst mit 2.616,9. Tirol hat zwei Spitzenmärkte, und nur einer davon ist eine Stadt.

Von Thomas Wakolbinger · Konzessionierter Immobilienmakler · GISA 38501128 · Aktualisiert September 2026

Tiroler Wohnhäuser vor einer Bergkulisse im Inntal Dieses Bild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Teuerster Bezirk beim Bauland: Innsbruck-Stadt mit 1.050,5 Euro/m², vor Kitzbühel mit 789,4
  • Teuerste Gemeinde ist Reith bei Kitzbühel mit 2.741,8 Euro/m²
  • Häuser in Innsbruck-Stadt: 10.461 Euro/m², der höchste Wert aller Bezirke außerhalb Wiens
  • Kitzbühels Wohnungspreise fielen 2025 um 17,5 Prozent
  • Alle Werte sind Grundbuchpreise, keine Angebotspreise
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Was kostet eine Immobilie in den Tiroler Bezirken?

Alle 9 Bezirke, sortiert nach dem Baulandpreis. Die Werte stammen aus der Kaufpreissammlung der Statistik Austria und beruhen auf tatsächlichen Grundbuch-Transaktionen.

Bezirk Bauland €/m² Eigentumswohnung €/m² Haus €/m²
Innsbruck-Stadt ¹ 1.050,5 6.031 10.461
Kitzbühel 789,4 4.542 8.321
Innsbruck-Land 604,2 4.648 6.602
Schwaz 483,4 4.374 5.773
Kufstein 460,1 4.466 7.318
Landeck ¹ 301,5 4.015 3.890
Imst 267,8 3.969 4.436
Reutte ¹ 242,2 3.426 3.524
Lienz 148,1 2.795 3.377

Quelle: Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, erstellt am 28.05.2026. Bauland: Bezirksdurchschnitt. Wohnung: Eigentumswohnung ohne Balkon, Terrasse oder Garten, Baujahr ab 1991, 64 bis 82 m². Haus: Kategorie B (durchschnittliche Grundstücksgröße), Bauperiode ab 1991, 90 bis 130 m² Wohnfläche. Alle Preise je Quadratmeter Wohnfläche, geometrische Mittel auf Basis von Transaktionsdaten 2021 bis 2025, auf das Preisniveau 2025 angepasst.

Fußnoten der Statistik Austria: ¹ Häuser: Aufgrund einer geringen Anzahl an Transaktionen wird dieser Bezirk nicht nach Grundflächen kategorisiert. Wo eine Kategorisierung unterbleibt, ist die Zahl der Transaktionen gering und der Wert entsprechend vorsichtig zu lesen.

Beim Bauland liegt zwischen Innsbruck-Stadt und Lienz der Faktor 7,1. Bei Häusern sind es 3,1, bei Wohnungen 2,2. Es ist dieselbe Regel wie in ganz Österreich: Der Baukörper kostet überall ungefähr gleich viel, der Boden nicht.


Was kostet Bauland in Tirol auf Gemeindeebene?

Für Baugrundstücke veröffentlicht die Statistik Austria zusätzlich Gemeindedurchschnitte. In Tirol ist der Unterschied zum Bezirkswert größer als in jedem anderen Bundesland.

Gemeinde Bezirk Bauland €/m²
Reith bei Kitzbühel Kitzbühel 2.741,8
Kitzbühel Kitzbühel 2.616,9
Jochberg Kitzbühel 2.099,9
Aurach bei Kitzbühel Kitzbühel 2.099,9
Going am Wilden Kaiser Kitzbühel 1.863,7
St. Johann in Tirol Kitzbühel 1.430,0
Oberndorf in Tirol Kitzbühel 1.430,0
Serfaus Landeck 1.368,2

Quelle: Statistik Austria, Gemeindedurchschnittspreise Baugrundstücke, erstellt 28.05.2026. Für Tirol liegen 277 Gemeindewerte vor.

Fünf der sechs teuersten Gemeinden Tirols liegen im Bezirk Kitzbühel, dessen Bezirksdurchschnitt bei 789,4 Euro liegt. Reith bei Kitzbühel kommt auf das Dreieinhalbfache davon.

Das ist kein Wohnungsmarkt im üblichen Sinn. Käufer kommen von außerhalb, kaufen als Zweitwohnsitz oder als Anlage, und die verfügbare Fläche ist durch Widmung und Topografie stark begrenzt.

Am anderen Ende steht Osttirol. Im Defereggental (Hopfgarten, St. Veit, St. Johann im Walde) und in Schlaiten kostet Bauland je 60,9 Euro pro Quadratmeter, in Assling 73,3. Zwischen Reith bei Kitzbühel und dem Defereggental liegt der Faktor 45, die größte Spanne aller österreichischen Bundesländer.


Wo ist es am teuersten und wo am günstigsten?

Baulandpreise Tirol: teuerste und günstigste Bezirke Bauland Tirol: Bezirksdurchschnitte (€/m²) Quelle: Statistik Austria, Datenbasis 2021-2025, erstellt 28.05.2026 Teuerste Bezirke Innsbruck-Stadt 1.050,5 Kitzbühel 789,4 Innsbruck-Land 604,2 Schwaz 483,4 Kufstein 460,1 Günstigste Bezirke Lienz 148,1 Reutte 242,2 Imst 267,8 Landeck 301,5 Kufstein 460,1
Baulandpreise je Quadratmeter, Bezirksdurchschnitte. Zwischen Innsbruck-Stadt und Lienz liegt der Faktor 7.1.

Wo wird überhaupt gekauft? Transaktionen je Bezirk

Der Preis sagt, was eine Immobilie wert ist. Er sagt nicht, ob es Käufer gibt. Dafür braucht es die Stückzahl.

2025 wurden in Tirol 4.132 Eigentumswohnungen verbüchert, ein Plus von 11,9 Prozent (RE/MAX-ImmoSpiegel Eigentumswohnungsmarkt 2025). Das liegt 9,8 Prozentpunkte unter dem Österreich-Durchschnitt. Der Transaktionswert stieg um 12,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro, die zweithöchste Kaufsumme nach Wien.

Bezirk Wohnungs-Kaufakte 2025 gegenüber 2024
Innsbruck Stadt 1.087 +44,5 %
Innsbruck-Land 963 +1,3 %
Kufstein 588 +5,8 %
Schwaz 450 +0,2 %
Kitzbühel 360 +0,0 %
Imst 269 +36,5 %
Lienz 190 -8,2 %
Landeck 125 -14,4 %
Reutte 100 +35,1 %

Quelle: RE/MAX-ImmoSpiegel Eigentumswohnungsmarkt 2025, Basis sind alle Eintragungen im amtlichen Grundbuch. Nur Eigentumswohnungen. Die Zeilen summieren sich auf die ausgewiesene Landesmenge.

Drei Dinge lassen sich hier lesen, die eine Preistabelle nicht hergibt.

Erstens, Innsbruck hat die Führung zurückgeholt. Die Stadt legte um 44,5 Prozent auf 1.087 Verbücherungen zu und überholte damit Innsbruck-Land (963), das nur um 1,3 Prozent wuchs.

Zweitens, Kitzbühel steht still. Der Bezirk wiederholte mit 360 Kaufakten exakt die Vorjahresmenge. Beim Preis gab es dagegen einen Einbruch: von 494.029 Euro im Jahr 2024 auf 407.631 Euro, ein Minus von 17,5 Prozent. Das reicht noch für Rang eins im Tiroler Preisranking, ist aber der niedrigste Wert der letzten fünf Jahre.

Drittens, Osttirol und Landeck verlieren. Lienz fiel um 8,2 Prozent auf 190, Landeck um 14,4 Prozent auf 125 Eintragungen. Für Landeck ist das der tiefste Stand der letzten zehn Jahre.

Der Landesdurchschnitt erreichte mit 325.539 Euro einen neuen Preisrekord, plus 3,9 Prozent. Die höchste Steigerung verzeichnete Schwaz mit plus 16,9 Prozent auf 327.751 Euro. Der Quadratmeterpreis reicht von 2.330 bis 6.359 Euro, den Spitzenwert hält Innsbruck-Stadt. Trotz des Zuwachses liegt die Verkaufsmenge 18,8 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt.


Angebotspreis oder Verkaufspreis? Der Unterschied, der Geld kostet

Die Zahlen in diesem Ratgeber sind Verkaufspreise aus dem Grundbuch, also das, was tatsächlich bezahlt wurde.

Die meisten Preisspiegel im Netz zeigen Angebotspreise aus Inseraten, also das, was Verkäufer verlangen. Der Unterschied ist erheblich. Auf der Wien-Seite dieses Ratgebers lässt er sich beziffern: In der Inneren Stadt klaffen Angebots- und Verkaufspreis um rund 39 Prozent auseinander.

Dazu kommt: Die Statistik-Austria-Werte sind geometrische Mittel über fünf Jahre, angepasst auf das Preisniveau 2025. Sie sind stabil und ein guter Anker, aber keine Momentaufnahme des laufenden Quartals. Die RE/MAX-Zahlen sind dagegen echte Jahreswerte 2025.

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Was bedeutet das für den Verkauf Ihrer Immobilie?

Erstens: In Tirol ist der Bezirkswert fast nie die richtige Referenz. Der Bezirk Kitzbühel liegt bei 789,4 Euro je Quadratmeter Bauland, die Gemeinde Reith bei 2.741,8. Wer den Bezirkswert nimmt, unterschätzt ein Reither Grundstück um mehr als zwei Drittel.

Zweitens: Der Kitzbüheler Preisrückgang ist kein Einzelfallrisiko, sondern Marktlage. Wer dort 2026 verkauft, sollte mit dem Niveau von 2025 rechnen, nicht mit dem von 2024.

Drittens: Osttirol ist ein anderer Markt. 190 Wohnungsverkäufe im Jahr, ein Durchschnittspreis von 195.189 Euro, minus 8,1 Prozent. Dort entscheidet die Vermarktungsdauer mehr als der letzte Prozentpunkt beim Preis.

„In Innsbruck entscheidet der Grundriss, im Unterland die Anbindung an die Autobahn, in Kitzbühel die Widmung. Ob eine Immobilie als Zweitwohnsitz genutzt werden darf, ist dort preisrelevanter als ihre Größe."

Thomas Wakolbinger, konzessionierter Immobilienmakler bei Selfimmo (GISA Nr. 38501128)
Verkaufspreis richtig festlegen: Strategie und Spielraum →

Häufig gestellte Fragen zu Immobilienpreisen in Tirol

Der Bezirksdurchschnitt für Baugrundstücke reicht von 148,1 Euro in Lienz bis 1.050,5 Euro in Innsbruck-Stadt. Auf Gemeindeebene liegt die Spitze bei 2.741,8 Euro in Reith bei Kitzbühel, das Minimum bei 60,9 Euro im Defereggental. Quelle: Statistik Austria, Datenbasis 2021 bis 2025, veröffentlicht am 28.05.2026.

Beim Bauland führt Innsbruck-Stadt vor Kitzbühel und Innsbruck-Land, Schlusslicht ist Lienz. Bei Eigentumswohnungen liegt Innsbruck-Stadt mit 6.031 Euro je Quadratmeter vorn, Lienz mit 2.795 hinten. Bei Häusern erreicht Innsbruck-Stadt 10.461 Euro je Quadratmeter, den höchsten Bezirkswert aller Bundesländer außerhalb Wiens.

Das lässt sich nicht seriös vorhersagen. Belegbar ist die Entwicklung 2025: Der Landesdurchschnitt stieg um 3,9 Prozent auf einen Rekordwert von 325.539 Euro, während Kitzbühel um 17,5 Prozent fiel. Fünf der neun Bezirke verzeichneten steigende, vier fallende Preise. Quelle: RE/MAX-ImmoSpiegel Eigentumswohnungsmarkt 2025.

Weil dort ein Zweitwohnsitz- und Anlagemarkt herrscht, in dem Käufer von außerhalb auftreten und die verfügbare Fläche durch Widmung und Topografie begrenzt ist. In Innsbruck kaufen überwiegend Menschen, die dort wohnen oder arbeiten.

Es sind Verkaufspreise aus dem Grundbuch, nicht Angebotspreise aus Inseraten. Angebotspreise liegen tendenziell darüber.


Fazit: Zwei Spitzenmärkte und ein vergessener Süden

Tirol hat die größte Preisspanne aller österreichischen Bundesländer. Zwischen Reith bei Kitzbühel und dem Defereggental liegt beim Bauland der Faktor 45. Wer in Osttirol verkauft, bewegt sich in einem anderen Markt als jemand im Brixental, auch wenn beide dasselbe Bundesland auf dem Meldezettel stehen haben. Für die Preisfindung ist deshalb der Gemeindewert der bessere Anker, und eine individuelle Bewertung besser als jeder Durchschnitt.

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Thomas Wakolbinger, konzessionierter Immobilienmakler und Gründer von Selfimmo

Thomas Wakolbinger

Konzessionierter Immobilienmakler · GISA 38501128

Gründer von Selfimmo und Geschäftsführer der WATEK Homes GmbH (Hofau 7, 4650 Lambach). Thomas begleitet private Eigentümer beim Immobilienverkauf in Österreich, mit dem Ziel, Verkäufer provisionsfrei und rechtlich abgesichert durch den gesamten Prozess zu führen.

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Quellenangaben
  1. Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, Tabellen Baugrundstückspreise 2025, Häuserpreise 2025 und Wohnungspreise 2025, erstellt am 28.05.2026, Datenbasis 2021 bis 2025, abgerufen 2026-09-19, statistik.at
  2. RE/MAX-ImmoSpiegel Eigentumswohnungsmarkt 2025, Basis alle Eintragungen im amtlichen Grundbuch, für die Transaktionszahlen je Bezirk und die Landeswerte, abgerufen 2026-09-19, remax.at
  3. RE/MAX-ImmoSpiegel Gesamtmarkt 2025, 04.03.2026, abgerufen 2026-09-19, ots.at

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